ART STUDIO 1 - Christian F. Kintz
Die auf den ersten Blick monochromen Bilder von Christian F. Kintz entpuppen sich durch eine Bewegung des Betrachters als mehrschichtige Oden an die Farbe. Schicht um Schicht wächst die Bildoberfläche durch Auftragen und Abziehen von immer unterschiedlichen Farbmischungen, die erst bei einem Blick auf den Rand des Bildes zum Vorschein kommen.
Letzte Ausstellung
Vita
C.F. Kintz, Handdruck, 2006, 80x70 cm
Die Hängung der Bilder in Gruppen, wobei unterschiedliche Formate und Farbanordnungen auftreten können, ergibt ein Ganzes, die Farben treten in Kommunikation miteinander und mit dem sie umgebenden Raum.
Grundlegend ist die Ebenbürtigkeit der Farben. Keine genießt den Vorzug des Malers, keine ist unwürdig in die Palette aufgenommen zu werden. Farbe ist hier Träger, Material und Inhalt zugleich, losgelöst von Form und Außenwelt. Sie verkörpert nur sich selbst.
Neben den Ölbildern entstand 2006 eine Serie von Handdrucken, bei denen minimale Verschiebungen der übereinanderliegenden Farbflächen die darunterliegenden Schichten sichtbar machen und somit Christian F. Kintz‘ Farbprinzip in einem anderen Medium fortführen.

Aktuelle Arbeiten von Kintz zeigen eine radikale Reduktion der Bildfläche. Der Rand des Bildes mit der Aufschlüsselung des Entstehungsprozesses ist zur eigentlichen Bildfläche und zu einem eigenständigen Objekt geworden. Nicht zuletzt mit den „Rändern“ zeigt sich absolute Konsequenz und Ernsthaftigkeit bei dieser Art der Auseinandersetzung mit Farbe.

Nana Tatalovic